Difference between revisions of "Kommandozeilenwerkzeuge"

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(nc (netcat))
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=== netperf ===
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netperf ist ein Tool zur Netzwerkperformancemessung. Es wird genutzt, um Durchsatz (Throughput), Latenzzeiten und TCP/UDP-Performance zwischen zwei Hosts zu messen. Meist wird netperf zusammen mit einem Server (netserver) betrieben: ein Host läuft als Server, der andere als Client.
 
netperf ist ein Tool zur Netzwerkperformancemessung. Es wird genutzt, um Durchsatz (Throughput), Latenzzeiten und TCP/UDP-Performance zwischen zwei Hosts zu messen. Meist wird netperf zusammen mit einem Server (netserver) betrieben: ein Host läuft als Server, der andere als Client.
 
Grundlegende Befehle:
 
 
netserver → Startet den netperf-Server auf einem Host.
 
 
netperf -H 192.168.1.2 → Misst die TCP-Performance zum Host 192.168.1.2.
 
 
netperf -H 192.168.1.2 -t UDP_STREAM → Misst UDP-Durchsatz.
 
 
netperf -H 192.168.1.2 -t TCP_RR → Misst TCP-Request/Response-Latenz.
 
  
 
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=== nslookup ===
 
=== nslookup ===

Revision as of 12:26, 15 January 2026

Contents

ip (iproute2)

Hinweis: Der Befehl ip ersetzt alte Tools wie ifconfig, route, arp & Co. und unterstützt sowohl IPv4 als auch IPv6. Änderungen sind **nicht persistent** – für dauerhafte Konfigurationen z. B. NetworkManager, systemd-networkd oder /etc/network/interfaces nutzen.

Allgemeine Syntax

ip [OPTIONEN] OBJEKT BEFEHL

Typische Objekte:

  • addr (a) → IP-Adressen
  • link (l) → Interfaces
  • route (r) → Routing
  • neigh (n) → ARP / Neighbor
  • rule → Policy Routing

---

Interfaces (Link-Ebene)

Aktion Befehl Beschreibung
Alle Interfaces anzeigen ip link show
ip l
Zeigt alle Netzwerkinterfaces.
Einzelnes Interface anzeigen ip link show eth0 Details zu einem Interface.
Interface aktivieren / deaktivieren ip link set eth0 up
ip link set eth0 down
Interface hoch- oder runterfahren.
MTU setzen ip link set eth0 mtu 1500 Maximum Transmission Unit ändern.
MAC-Adresse ändern ip link set eth0 address aa:bb:cc:dd:ee:ff MAC-Adresse anpassen.

---

IP-Adressen (Layer 3)

Aktion Befehl Beschreibung
IP-Adressen anzeigen ip addr show
ip a
Zeigt alle IP-Adressen eines Hosts.
IP-Adresse hinzufügen ip addr add 192.168.1.10/24 dev eth0 Neue IP-Adresse einem Interface zuweisen.
IP-Adresse löschen ip addr del 192.168.1.10/24 dev eth0 IP-Adresse entfernen.
Nur IPv4 / IPv6 ip -4 addr
ip -6 addr
Filtert nach IP-Version.

---

Routing

Aktion Befehl Beschreibung
Routing-Tabelle anzeigen ip route show
ip r
Zeigt alle Routen.
Default-Gateway setzen ip route add default via 192.168.1.1 Standard-Gateway festlegen.
Route zu Netzwerk hinzufügen ip route add 10.0.0.0/24 via 192.168.1.254 Neue Route eintragen.
Route löschen ip route del 10.0.0.0/24 Route entfernen.

---

ARP / Neighbor-Tabelle

Aktion Befehl Beschreibung
Nachbarn anzeigen ip neigh show
ip n
Zeigt ARP / Neighbor-Tabelle.
ARP-Eintrag hinzufügen ip neigh add 192.168.1.20 lladdr aa:bb:cc:dd:ee:ff dev eth0 Statischen ARP-Eintrag setzen.
ARP-Eintrag löschen ip neigh del 192.168.1.20 dev eth0 ARP-Eintrag entfernen.
ARP-Cache leeren ip neigh flush all Alle Einträge löschen.

---

Policy Routing

Aktion Befehl Beschreibung
Routing-Regeln anzeigen ip rule show Zeigt Policy Routing Regeln.
Regel hinzufügen ip rule add from 192.168.2.0/24 table 100 Neue Regel definieren.
Tabelle anzeigen ip route show table 100 Routen der Tabelle 100 anzeigen.

---

Netzwerk-Namespaces

Aktion Befehl Beschreibung
Namespaces anzeigen ip netns list Alle vorhandenen Network Namespaces.
Namespace erstellen ip netns add testns Neuen Namespace erstellen.
Befehl im Namespace ausführen ip netns exec testns ip addr IP-Adressen innerhalb eines Namespace prüfen.

---

Monitoring & Debugging

Aktion Befehl Beschreibung
Link-Status live beobachten ip monitor Zeigt alle Änderungen in Echtzeit.
Nur Adress-Änderungen beobachten ip monitor addr Live-Überwachung von IP-Adressen.

---

Häufige Kurzformen

Langform Kurz
ip addr ip a
ip link ip l
ip route ip r
ip neigh ip n

---

Vergleich zu alten Befehlen

Alt Neu
ifconfig ip addr, ip link
route ip route
arp ip neigh
brctl ip link

---

Mini-Spickzettel

  • ip a – Adressen
  • ip l – Interfaces
  • ip r – Routing
  • ip n – ARP / Neighbor
  • ip monitor – Live-Events

oben


ifconfig (Legacy: net-tools)

Hinweis: ifconfig gehört zum veralteten Paket net-tools. Es wird durch ip (iproute2) ersetzt. Änderungen sind **nicht persistent** – gelten nur bis zum Neustart oder Interface-Reset.

Interfaces anzeigen

Aktion Befehl Beschreibung
Alle aktiven Interfaces ifconfig Zeigt alle aktuell aktiven Netzwerkinterfaces.
Alle Interfaces (auch inaktive) ifconfig -a Zeigt alle Interfaces, inklusive inaktiver.
Einzelnes Interface anzeigen ifconfig eth0 Zeigt Details zu einem Interface.

---

Interface aktivieren / deaktivieren

Aktion Befehl Beschreibung
Aktivieren ifconfig eth0 up Interface hochfahren.
Deaktivieren ifconfig eth0 down Interface herunterfahren.

---

IP-Adresse setzen (IPv4)

Aktion Befehl Beschreibung
IP-Adresse zuweisen ifconfig eth0 192.168.1.10 IPv4-Adresse einem Interface zuweisen.
IP-Adresse mit Netzmaske ifconfig eth0 192.168.1.10 netmask 255.255.255.0 IP mit Subnetzmaske konfigurieren.
IP-Adresse mit Broadcast ifconfig eth0 192.168.1.10 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.1.255 Zusätzlich Broadcast-Adresse setzen.

---

MAC-Adresse ändern

Aktion Befehl Beschreibung
MAC-Adresse setzen ifconfig eth0 hw ether aa:bb:cc:dd:ee:ff MAC-Adresse ändern (Interface ggf. vorher down setzen).

---

MTU setzen

Aktion Befehl Beschreibung
MTU konfigurieren ifconfig eth0 mtu 1500 Maximum Transmission Unit anpassen.

---

Promiscuous Mode

Aktion Befehl Beschreibung
Aktivieren ifconfig eth0 promisc Promiscuous Mode einschalten.
Deaktivieren ifconfig eth0 -promisc Promiscuous Mode ausschalten.

---

Statistik anzeigen

Aktion Befehl Beschreibung
Statistik eines Interfaces ifconfig eth0 Zeigt Pakete, Fehler, Bytes etc. an.

---

Loopback konfigurieren

Aktion Befehl Beschreibung
Loopback aktivieren ifconfig lo 127.0.0.1 up Loopback-Interface hochfahren (selten nötig).

---

Moderne Entsprechung (iproute2)

ifconfig ip
ifconfig ip addr show
ifconfig -a ip link show
ifconfig eth0 up ip link set eth0 up
ifconfig eth0 down ip link set eth0 down
ifconfig eth0 192.168.1.10 ip addr add 192.168.1.10/24 dev eth0
ifconfig eth0 mtu 1500 ip link set eth0 mtu 1500

---

Empfehlung

  • Nur lesen / Legacy: ifconfig
  • Aktiv konfigurieren: ip
  • Skripte neu schreiben: iproute2

oben


tcpdump (Paketmitschnitt)

Hinweis: tcpdump ist das Standardwerkzeug zur Analyse von Netzwerkpaketen. Änderungen am System sind nicht notwendig; root oder entsprechende Capabilities können erforderlich sein.

Grundsyntax

tcpdump [OPTIONEN] [FILTER]

---

Interfaces & Basisoptionen

Aktion Befehl Beschreibung
Verfügbare Interfaces anzeigen tcpdump -D Listet alle verfügbaren Interfaces.
Auf bestimmtem Interface mitschneiden tcpdump -i eth0 Pakete nur auf eth0 erfassen.
Alle Interfaces (Linux) tcpdump -i any Pakete auf allen Interfaces erfassen.
Ohne Namensauflösung (empfohlen) tcpdump -n Zeigt IPs numerisch an, kein DNS.
MAC-Adressen anzeigen tcpdump -e Zeigt Ethernet-Header mit MAC-Adressen.

---

Ausgabe steuern

Aktion Befehl Beschreibung
Mehr Details (Verbose) tcpdump -v
tcpdump -vv
tcpdump -vvv
Detailliertere Paketinformationen.
Nur Header, kein Payload tcpdump -q Paketinhalt wird nicht angezeigt.
Paketinhalt anzeigen (ASCII) tcpdump -A Zeigt Pakete in ASCII.
Paketinhalt anzeigen (HEX + ASCII) tcpdump -X Zeigt Pakete in HEX und ASCII.
Paketlänge begrenzen (Snaplen) tcpdump -s 96 Nur die ersten 96 Bytes des Pakets erfassen.

---

Paketanzahl & Laufzeit

Aktion Befehl Beschreibung
Anzahl Pakete begrenzen tcpdump -c 100 Stoppt nach 100 Paketen.
Zeitstempel anzeigen tcpdump -tttt Zeigt Datum und Uhrzeit für jedes Paket.

---

Mitschnitt in Datei (pcap)

Aktion Befehl Beschreibung
In Datei schreiben tcpdump -w capture.pcap Pakete in einer pcap-Datei speichern.
Aus Datei lesen tcpdump -r capture.pcap Pakete aus einer Datei analysieren.
Rotierende Dateien tcpdump -w dump.pcap -G 60 -W 10 Alle 60 Sekunden neue Datei, max. 10 Dateien.

---

Klassische Filter (BPF)

Aktion Befehl Beschreibung
Nach Protokoll filtern tcpdump tcp
tcpdump udp
tcpdump icmp
tcpdump arp
Zeigt nur Pakete des angegebenen Protokolls.
Nach Host tcpdump host 192.168.1.10
tcpdump src host 192.168.1.10
tcpdump dst host 192.168.1.10
Filtert nach Quell- oder Zielhost.
Nach Port tcpdump port 80
tcpdump tcp port 443
Filtert Pakete nach Port.
Nach Netz tcpdump net 192.168.1.0/24 Pakete aus einem Subnetz.

---

Kombinierte Filter

Aktion Befehl Beschreibung
AND / OR / NOT tcpdump tcp and port 22
tcpdump host 192.168.1.10 and not port 22
tcpdump tcp port 80 or port 443
Kombination von Filtern für gezielte Paket-Auswahl.

---

TCP-spezifische Filter

Aktion Befehl Beschreibung
SYN-Pakete tcpdump 'tcp[tcpflags] & tcp-syn != 0' Zeigt alle SYN-Pakete.
SYN ohne ACK (Verbindungsaufbau) tcpdump 'tcp[tcpflags] & tcp-syn != 0 and tcp[tcpflags] & tcp-ack == 0' Nur SYN-Pakete ohne ACK.
RST-Pakete tcpdump 'tcp[tcpflags] & tcp-rst != 0' Zeigt TCP-RST Pakete.

---

Typische Praxisbeispiele

Zweck Befehl
Kommt Traffic an? tcpdump -i eth0 -n icmp
HTTP-Traffic sehen tcpdump -i eth0 -n tcp port 80
DNS-Abfragen debuggen tcpdump -i eth0 -n udp port 53
ARP-Probleme analysieren tcpdump -i eth0 -n -e arp

---

Performance & Sicherheit

Aktion Befehl Beschreibung
Nur erste Pakete ansehen tcpdump -c 20 Begrenzte Paketanzahl für schnelle Analyse.
Payload komplett mitschneiden tcpdump -s 0 Ganze Pakete inkl. Payload speichern.
Root vermeiden (Capabilities) sudo setcap cap_net_raw,cap_net_admin=eip $(which tcpdump) tcpdump mit weniger Rechten ausführen.

---

Häufige Stolperfallen

  • Ohne -n → langsame DNS-Lookups.
  • Große Mitschnitte ohne -c / -G → sehr große Dateien.
  • -s 0 erzeugt große pcap-Dateien.
  • Traffic auf lo nicht vergessen.

---

Mini-Spickzettel 🧾

  • tcpdump -i eth0 -n – Basis-Mitschnitt
  • tcpdump -i any icmp – ICMP auf allen Interfaces
  • tcpdump -w file.pcap – In Datei schreiben
  • tcpdump -r file.pcap – Datei lesen
  • tcpdump tcp port 443 – HTTPs / TCP-Traffic

oben


ping

Aktion Befehl Beschreibung
Einfacher Ping zu einer IP ping 8.8.8.8 Sendet ICMP Echo Requests an die IP-Adresse 8.8.8.8, läuft unendlich, bis mit Ctrl+C gestoppt.
Ping mit begrenzter Anzahl von Paketen ping -c 4 8.8.8.8 Sendet nur 4 Pakete und beendet automatisch.
Ping mit definierter Paketgröße ping -s 100 8.8.8.8 Sendet Pakete mit 100 Bytes Payload.
Ping mit Timeout ping -w 5 8.8.8.8 Beendet Ping nach 5 Sekunden.
Ping mit definierter Intervalldauer ping -i 2 8.8.8.8 Sendet alle 2 Sekunden ein Paket.
Ping an einen Hostnamen ping www.example.com Löst den Hostnamen in eine IP-Adresse auf und pingt diese.
Ping nur einmal ping -c 1 8.8.8.8 Sendet ein einzelnes Ping-Paket, praktisch für Skripte.
Ping über IPv6 ping6 google.com Ping über IPv6-Adressen.
Ping ohne Namensauflösung ping -n 8.8.8.8 Zeigt nur IP-Adressen, keine Hostnamen.
Ping im Quiet Mode ping -q 8.8.8.8 Zeigt nur die Statistik am Ende.
Ping mit Zeitstempel ping -D 8.8.8.8 Zeigt Zeitstempel für jedes Paket.


oben


termshark (Terminal Wireshark / TUI)

Hinweis: Termshark ist eine terminalbasierte Oberfläche für tshark. Es ermöglicht **Live-Captures, Filterung und Analyse** von Netzwerkpaketen ohne GUI. Ideal für Server oder SSH-Sessions.

---

Installation

Plattform Befehl
Debian / Ubuntu sudo apt install termshark
macOS (Homebrew) brew install termshark
Arch Linux pacman -S termshark
Go-Installation (Universal) go install github.com/gcla/termshark@latest

---

Starten von Termshark

Zweck Befehl / Option
Live Capture auf Interface termshark -i eth0
Capture auf allen Interfaces anzeigen termshark -D
Capture aus Datei lesen termshark -r capture.pcap
Pakete während Capture speichern termshark -i eth0 -w output.pcap
Capture mit BPF-Filter termshark -i eth0 -f "tcp port 80"
Display-Filter beim Start (Wireshark-artig) termshark -r file.pcap -Y "http"

---

Display-Filter

Filter Beispiel
TCP-Port tcp.port == 443
IP-Adresse ip.addr == 192.168.1.10
Protokoll http, dns, icmp
Kombination ip.src == 192.168.1.10 and tcp.port == 80
  • Shortcut zum Filtereingeben: /*
  • Filter löschen: Ctrl+L*

---

Navigation & Paketansicht

Aktion Shortcut / Methode
Pakete scrollen ↑ / ↓
Paketdetails aufklappen Enter
Layer auf-/zuklappen → / ←
Zwischen Views wechseln Tab (Packet List / Details / Bytes)
Payload als Hex/ASCII anzeigen In Detailansicht
Feld kopieren y

---

Suche

Aktion Shortcut / Methode
Text / Pattern suchen Ctrl+F
Nächste Übereinstimmung n
Vorherige Übereinstimmung Shift+n

---

Markieren & Sortieren

Aktion Shortcut / Methode
Paket markieren m
Markierungen löschen Shift+M
Sortierung nach Spalte Spaltenkopf / Pfeiltasten

---

Capture beenden

  • q → Live Capture stoppen

---

Praxis-Beispiele

Zweck Befehl
HTTP-Traffic live analysieren termshark -i eth0 -f "tcp port 80"
DNS-Abfragen aus PCAP untersuchen termshark -r capture.pcap -Y "dns"
Nur bestimmte IP filtern termshark -i eth0 -Y "ip.addr == 192.168.1.10"

---

Unterschiede zu Wireshark

  • Terminal-basiert, kein GUI
  • Nutzt tshark als Engine
  • Unterstützt alle Wireshark-Displayfilter
  • Ideal für Server ohne GUI oder SSH-Sessions
  • TCP/UDP-Reassembly, Copy Field, hierarchische Packet-Ansicht

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Mini-Spickzettel

  • termshark -i eth0 – Live Capture
  • termshark -D – Interfaces anzeigen
  • termshark -r file.pcap – PCAP öffnen
  • termshark -i eth0 -w output.pcap – Mitschnitt speichern
  • termshark -i eth0 -f "tcp port 80" – BPF-Filter
  • termshark -r file.pcap -Y "http" – Display-Filter
  • Navigation: ↑↓, Enter, →/←, Tab
  • Filter: /, Ctrl+L
  • Suche: Ctrl+F, n / Shift+n
  • Markieren: m / Shift+M
  • Feld kopieren: y
  • Beenden: q

oben


route (Routing)

Hinweis:

  • route ist die klassische Variante, noch in vielen Tutorials zu finden.
  • ip route ist moderner, flexibler und unterstützt Features wie **Multipath-Routing** und **Policy Routing**.

---

Klassische route-Befehle

Aktion Befehl Beschreibung
Routing-Tabelle anzeigen route -n Zeigt alle Routen numerisch (ohne DNS-Auflösung).
Standardgateway setzen sudo route add default gw 192.168.1.1 Setzt das Standardgateway für alle nicht lokal bekannten Ziele.
Standardgateway löschen sudo route del default Entfernt das Standardgateway.
Route zu einem Netzwerk hinzufügen sudo route add -net 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 gw 192.168.1.1 Fügt eine Route zu einem bestimmten Netzwerk hinzu.
Route zu einem Netzwerk löschen sudo route del -net 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 Löscht eine Route zu einem bestimmten Netzwerk.
Route für ein Interface erzwingen sudo route add -net 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 dev eth0 Leitet den Verkehr über ein bestimmtes Interface, ohne Gateway.
Temporäre Route entfernen (Interface) sudo route del -net 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 dev eth0 Löscht die zuvor erstellte Route.

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Moderne Alternative: ip route

Aktion Befehl Beschreibung
Routing-Tabelle anzeigen ip route show Zeigt alle Routen.
Standardgateway setzen sudo ip route add default via 192.168.1.1 Setzt das Standardgateway.
Standardgateway löschen sudo ip route del default Entfernt das Standardgateway.
Route zu einem Netzwerk hinzufügen sudo ip route add 10.0.0.0/24 via 192.168.1.1 Fügt eine Route zu einem bestimmten Netzwerk hinzu.
Route zu einem Netzwerk löschen sudo ip route del 10.0.0.0/24 Löscht eine Route zu einem bestimmten Netzwerk.
Route für ein Interface erzwingen sudo ip route add 10.0.0.0/24 dev eth0 Verkehr über ein bestimmtes Interface ohne Gateway.
Temporäre Route entfernen (Interface) sudo ip route del 10.0.0.0/24 dev eth0 Löscht die zuvor erstellte Route.

oben

netstat

netstat (Network Statistics) ist ein klassisches Linux-Tool, um Netzwerkverbindungen, Routing-Tabellen, offene Ports und Netzwerkstatistiken anzuzeigen. Es ist praktisch, um zu sehen, welche Programme mit dem Netzwerk kommunizieren und welche Ports offen sind. In modernen Linux-Distributionen wird es teilweise durch ss ersetzt, aber netstat ist immer noch weit verbreitet.

Wichtige grundlegende Befehle:

Aktion Befehl Beschreibung
Offene TCP/UDP-Ports anzeigen netstat -tuln Zeigt alle offenen TCP/UDP-Ports numerisch an.
Alle Verbindungen inklusive Prozess anzeigen netstat -anp Zeigt alle Verbindungen und die zugehörigen Prozesse (PID/Name).
Routing-Tabelle anzeigen netstat -r Zeigt die aktuelle Routing-Tabelle.
Netzwerkschnittstellenstatistiken netstat -i Zeigt Informationen zu allen Netzwerkinterfaces.

oben

nmap


nmap (Network Mapper) ist ein mächtiges Tool zur Netzwerkerkundung und Sicherheitsüberprüfung. Mit nmap kannst du Hosts in einem Netzwerk scannen, offene Ports finden, Betriebssysteme erkennen und Dienste identifizieren. Es wird häufig in Netzwerksicherheit und Troubleshooting eingesetzt.

Wichtige grundlegende Befehle:
Aktion Befehl Beschreibung
Einzelnen Host scannen nmap 192.168.1.1 Scan eines Hosts auf Standardports.
SYN-Scan eines gesamten Netzwerks nmap -sS 192.168.1.0/24 Erkundet alle Hosts im Subnetz per SYN-Scan.
Bestimmte Ports scannen nmap -p 22,80 192.168.1.1 Prüft nur bestimmte Ports auf einem Host.
Betriebssystemerkennung nmap -O 192.168.1.1 Versucht, das Betriebssystem des Hosts zu erkennen.

oben

dhclient


dhclient ist der DHCP-Client unter Linux. Es wird genutzt, um IP-Adressen automatisch von einem DHCP-Server zu beziehen oder eine bestehende IP-Konfiguration zu erneuern. Praktisch bei mobilen Geräten, Notebooks oder dynamischen Netzwerken.

Wichtige grundlegende Befehle:

Aktion Befehl Beschreibung
Neue IP-Adresse anfordern sudo dhclient Holt eine neue IP-Adresse für alle Schnittstellen.
IP-Adresse freigeben sudo dhclient -r Gibt die aktuelle IP-Adresse frei.
IP-Adresse für spezifische Schnittstelle anfordern sudo dhclient eth0 Holt eine neue IP-Adresse für die Schnittstelle eth0.
DHCP-Client im verbose-Modus starten sudo dhclient -v Zeigt detaillierte Informationen während der DHCP-Anfrage.

oben

traceroute (Netzwerkpfad verfolgen)

Hinweis: traceroute zeigt die Route von deinem Rechner zu einem Zielhost und alle Hops dazwischen. Standardmäßig werden ICMP oder UDP-Pakete genutzt (abhängig vom System).

---

Grundbefehle

Zweck Befehl Beschreibung
Einfacher Traceroute traceroute 8.8.8.8 Zeigt alle Hops zu 8.8.8.8.
Traceroute zu einem Hostnamen traceroute www.example.com Löst den Hostnamen in IP auf und zeigt den Pfad.
Traceroute über IPv6 traceroute6 google.com Verwendet IPv6-Adressen.
Traceroute über ICMP statt UDP traceroute -I 8.8.8.8 Nutzt ICMP Echo Requests, hilfreich bei UDP-Blockaden.
Traceroute mit Angabe eines bestimmten Ports traceroute -p 443 www.example.com Sendet Pakete an Port 443 (TCP), nützlich bei ICMP-Blockaden.

---

Optionen

Option Beschreibung Beispiel
-m <maxHops> Maximale Anzahl von Hops anzeigen (Standard: 30) traceroute -m 10 8.8.8.8
-q <n> Anzahl Pakete pro Hop (Standard: 3) traceroute -q 1 8.8.8.8
-w <Sekunden> Timeout pro Hop (in Sekunden) traceroute -w 2 8.8.8.8
-n Zeigt IP-Adressen numerisch, kein DNS-Lookup traceroute -n 8.8.8.8
-f <StartTTL> Start-Hops niedriger setzen (z. B. lokale Netze) traceroute -f 3 8.8.8.8
-A AS-Nummern (Autonomous System) anzeigen, wenn verfügbar traceroute -A 8.8.8.8


oben

Traceroute-Befehle

Aktion Befehl Beschreibung
Einfacher Traceroute zu einer IP traceroute 8.8.8.8 Zeigt alle Hops von deinem Rechner zu 8.8.8.8.
Traceroute zu einem Hostnamen traceroute www.example.com Löst den Hostnamen in eine IP-Adresse auf und zeigt den Pfad.
Maximale Anzahl von Hops begrenzen traceroute -m 10 8.8.8.8 Zeigt maximal 10 Hops statt Standard 30.
Weniger Pakete pro Hop senden traceroute -q 1 8.8.8.8 Sendet nur 1 Paket pro Hop (statt 3), spart Zeit.
Timeout pro Hop festlegen traceroute -w 2 8.8.8.8 Wartet maximal 2 Sekunden auf Antwort pro Hop.
ICMP statt UDP verwenden traceroute -I 8.8.8.8 Nutzt ICMP Echo Requests, wenn UDP blockiert ist.
Traceroute über IPv6 traceroute6 google.com Zeigt den Pfad zu einem Host über IPv6.
Traceroute zu bestimmtem Port traceroute -p 443 www.example.com Sendet Pakete an Port 443, nützlich bei Firewalls.
IP-Adressen numerisch anzeigen traceroute -n 8.8.8.8 Keine DNS-Auflösung, nur IP-Adressen anzeigen.

oben

arp

Übersetzt IP-Adressen in MAC-Adressen

### Klassischer ARP-Befehl (arp)
    Teil des Pakets net-tools (gilt als deprecated, aber oft noch installiert)

ARP-Tabelle anzeigen
arp
arp -n    //-n → keine Namensauflösung (schneller, übersichtlicher)

ARP-Eintrag hinzufügen
arp -s 192.168.1.10 aa:bb:cc:dd:ee:ff

ARP-Eintrag löschen
arp -d 192.168.1.10

Bestimmtes Interface nutzen
arp -i eth0


### Moderner Ersatz: ip neigh (empfohlen)
    Teil von iproute2 – heute Standard auf Linux

Nachbarn (ARP / NDP) anzeigen
ip neigh show  oder kurz: ip n

ARP-Eintrag hinzufügen
ip neigh add 192.168.1.10 lladdr aa:bb:cc:dd:ee:ff dev eth0

ARP-Eintrag ändern
ip neigh replace 192.168.1.10 lladdr aa:bb:cc:dd:ee:ff dev eth0

ARP-Eintrag löschen
ip neigh del 192.168.1.10 dev eth0

ARP-Cache leeren
ip neigh flush all


### ARP-Pakete aktiv senden: arping
    Sehr nützlich für Tests und Fehlersuche

Erreichbarkeit prüfen (Layer 2)
arping 192.168.1.1

Interface festlegen
arping -I eth0 192.168.1.1

Gratuitous ARP senden
arping -U 192.168.1.10


### Netzwerk-Diagnose & Analyse
ARP-Traffic mitschneiden
tcpdump -n -e arp

ARP-Tabelle über /proc anzeigen
cat /proc/net/arp


### Typische ARP-Statuswerte (bei ip neigh)

Status	         Bedeutung
REACHABLE	 Host erreichbar
STALE	         Eintrag alt, wird geprüft
DELAY	         Prüfung geplant
INCOMPLETE	 ARP-Antwort fehlt
FAILED	         ARP fehlgeschlagen
PERMANENT	 Statischer Eintrag

oben

ethtool

Kommando               Funktion
ethtool eth0           Status und Einstellungen auf der 
                       Bitüberragungsschicht ausgeben

ethtool -P eth0        MAC-Adresse ausgeben

ethtool -S eth0        Statistische Daten ausgeben

ethtool -i eth0        Informationen zu Treiber und Firmware

ethtool -p eth0        LED blinken lassen

oben

iftop

Überwachung des Datenverkehrs in Echtzeit

iftop -i eth0

oben


dig

dig (Domain Information Groper) ist ein Linux-Tool zur DNS-Abfrage. Mit dig kannst du herausfinden, welche IP-Adresse zu einem Hostnamen gehört, welche Nameserver antworten, oder detaillierte DNS-Records (A, AAAA, MX, TXT, etc.) prüfen. Es ist eines der wichtigsten Tools für Netzwerkdiagnosen, wenn es um Namensauflösung geht.


Aktion Befehl Beschreibung
Standard-DNS-Abfrage (A-Record) dig example.com Zeigt die IP-Adresse(n) eines Hostnamens.
MX-Record prüfen dig example.com MX Zeigt die Mailserver für die Domain.
Kompakte Ausgabe (nur IP) dig +short example.com Zeigt nur die IP(s) ohne zusätzliche Informationen.
DNS-Abfrage über spezifischen Server dig @8.8.8.8 example.com Fragt den Hostnamen über den DNS-Server 8.8.8.8 ab.

oben

ftp

ftp ist das klassische Linux-Tool für Dateiübertragungen über das FTP-Protokoll. Es ermöglicht das Hoch- und Runterladen von Dateien zu/von einem FTP-Server. Heute wird es wegen Sicherheitsrisiken oft durch sftp oder scp ersetzt, aber für Legacy-Systeme ist ftp noch relevant.


Aktion Befehl Beschreibung
Verbindung zu FTP-Server ftp ftp.example.com Stellt eine Verbindung zum FTP-Server her.
Datei herunterladen get datei.txt Lädt eine Datei vom FTP-Server herunter.
Datei hochladen put datei.txt Lädt eine Datei auf den FTP-Server hoch.
Verzeichnis auflisten ls Listet Dateien im aktuellen Server-Verzeichnis auf.
Benutzerlogin login Meldet sich mit Benutzername und Passwort am Server an.

oben

nc (netcat)

nc (netcat) ist ein universelles Tool für TCP/UDP-Verbindungen. Es kann verwendet werden, um Ports zu scannen, als einfacher TCP/Server oder Client zu fungieren, Daten zu übertragen oder Netzwerkprobleme zu debuggen. Oft als „Schweizer Taschenmesser für Netzwerke“ bezeichnet.

Aktion Befehl Beschreibung
Prüft, ob ein Port offen ist nc -zv 192.168.1.1 22 Prüft, ob Port 22 auf 192.168.1.1 erreichbar ist.
TCP-Server starten nc -l 1234 Startet einen TCP-Server auf Port 1234.
Mit TCP-Server verbinden nc 192.168.1.2 1234 Verbindet sich zu einem TCP-Server auf Port 1234.
Text an Server senden nc 192.168.1.2 1234 Sendet Text an einen TCP-Server.

oben

netperf

netperf ist ein Tool zur Netzwerkperformancemessung. Es wird genutzt, um Durchsatz (Throughput), Latenzzeiten und TCP/UDP-Performance zwischen zwei Hosts zu messen. Meist wird netperf zusammen mit einem Server (netserver) betrieben: ein Host läuft als Server, der andere als Client.

Aktion Befehl Beschreibung
Netperf-Server starten netserver Startet den netperf-Server auf einem Host.
TCP-Performance messen netperf -H 192.168.1.2 Misst TCP-Durchsatz zum Host.
UDP-Durchsatz messen netperf -H 192.168.1.2 -t UDP_STREAM Misst UDP-Stream Performance.
TCP-Request/Response-Latenz messen netperf -H 192.168.1.2 -t TCP_RR Misst Latenz von TCP-Requests.

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nslookup

nslookup ist ein klassisches Linux-Tool zur DNS-Abfrage, ähnlich wie dig. Es wird genutzt, um die IP-Adresse eines Hostnamens zu ermitteln, DNS-Server zu testen oder die DNS-Konfiguration zu überprüfen. Anders als dig bietet nslookup einen interaktiven Modus, in dem mehrere Abfragen nacheinander ausgeführt werden können.

Grundlegende Befehle:

nslookup example.com → Standard-DNS-Abfrage für example.com.

nslookup → Startet den interaktiven Modus, in dem man mehrere Abfragen durchführen kann.

nslookup example.com 8.8.8.8 → Abfrage über einen spezifischen DNS-Server (z. B. Google DNS).

set type=MX → Im interaktiven Modus den MX-Record für eine Domain abfragen.
Aktion Befehl Beschreibung
Standard-DNS-Abfrage nslookup example.com Zeigt die IP-Adresse(n) eines Hostnamens.
Interaktiver Modus starten nslookup Startet den interaktiven Modus für mehrere Abfragen.
DNS-Abfrage über spezifischen Server nslookup example.com 8.8.8.8 Fragt den Hostnamen über den DNS-Server 8.8.8.8 ab.
MX-Record im interaktiven Modus set type=MX Stellt Abfrage auf MX-Record um.

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ssh

ssh (Secure Shell) ist das Standardtool, um verschlüsselte Remote-Verbindungen zu Linux-Servern herzustellen. Es wird genutzt, um auf entfernte Systeme zuzugreifen, Befehle auszuführen oder sichere Tunnel (Port-Forwarding) einzurichten. SSH ersetzt fast vollständig alte unsichere Tools wie rlogin oder telnet für Remote-Administration.

Grundlegende Befehle:

ssh user@host → Verbindung zum Host als Benutzer user herstellen.

ssh -p 2222 user@host → Verbindung über einen spezifischen Port (hier 2222).

ssh -i keyfile.pem user@host → Verbindung unter Nutzung eines privaten Schlüssels.

ssh -L 8080:localhost:80 user@host → Lokales Port-Forwarding einrichten.
Aktion Befehl Beschreibung
Verbindung zum Host herstellen ssh user@host Stellt eine verschlüsselte Verbindung zum Remote-Host her.
Verbindung über spezifischen Port ssh -p 2222 user@host Verbindung über Port 2222 herstellen.
Verbindung mit privatem Schlüssel ssh -i keyfile.pem user@host Verbindet sich unter Nutzung eines privaten SSH-Schlüssels.
Lokales Port-Forwarding ssh -L 8080:localhost:80 user@host Leitet lokalen Port 8080 auf Port 80 des Hosts weiter.

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telnet

telnet ist ein älteres Tool, um unsichere Textverbindungen zu einem Server herzustellen. Heutzutage wird es fast nur noch zu Testzwecken genutzt, zum Beispiel um zu prüfen, ob ein Port erreichbar ist. Für sichere Remote-Verbindungen wird ssh verwendet.

Grundlegende Befehle:

telnet host 23 → Verbindung zum Host auf Port 23 (Standard-Telnet-Port).

open host port → Im Telnet-Client Verbindung zu einem bestimmten Port herstellen.

quit → Telnet-Sitzung beenden.
Aktion Befehl Beschreibung
Verbindung zu Host auf Port 23 telnet host 23 Stellt eine Verbindung zum Telnet-Server her.
Verbindung zu Host auf beliebigem Port open host port Verbindet im Telnet-Client zu einem bestimmten Port.
Telnet-Sitzung beenden quit Beendet die Telnet-Verbindung.

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